Zeus: Fehlersuche an der Schaltung

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Zeus: Fehlersuche an der Schaltung

Beitragvon hubschraubär » 3. Aug 2013, 16:40

Ein freundliches Hallo allen geneigten Lesern,

in der letzten Zeit häufen sich die Fälle in denen sich kein oder kein weiterer Gang mehr einlegen lässt, auch in anderen Ländern so wie z.B. auch in Frankreich. Wie's nun mal so ist (trotz Europa), stehen gerade die deutschen Zeusfahrer hier ziemlich alleine da und oft ist es recht schwierig kompetente Hilfe zu bekommen.

Während eines unserer letzten Treffen waren vier Zeus' anwesend und es wurde seitens der Fahrer kräftig Erfahrungen ausgetauscht.

Hier fasse ich die vorgebrachten Erfahrungen zusammen und möchte versuchen eine chronologische Vorgehensweise zur Fehlersuche zu beschreiben, wobei ich voraussetze, das die Steuerungselektronik (sog. black box obwohl sie silbern erscheint) in Ordnung ist und NICHT ein Exemplar aus der einen doch recht zweifelhaften Serie darstellt.

Alles ist nach bestem Wissen und Gewissen zusammengestellt. Trotzdem kann ich natürlich keinerlei Garantie für irgendetwas übernehmen, zu vielfältig sind die Einflußfaktoren.
Wer weitergehende techn. Infos haben möchte, schaue bitte unter:
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Zwischenzeitlich hatte ich diese Zeilen zum inhaltlichen Korrekturlesen an einen ehemaligen Side-Bike-Mitarbeiter gesendet, aber leider bis heute keine Antwort erhalten. Sollte dies in der nächsten Zeit noch geschehen, werde ich die dann aktuelle Version zeitnah nachreichen.

LEITFADEN ZUR FEHLERSUCHE / EINSTELUNNG DER ZEUS-SCHALTUNG

1. Ganz zu Anfang sollte sichergestellt sein, dass die beiden Taster am Lenker auch wirklich
KONTAKTIEREN. Im Laufe der Zeit überziehen sich die Kontaktflächen mit einer schwarzen Schicht und sind dann isoliert. Je nach herrschender Luftfeuchtigkeit arbeitet die Schaltung noch oder eben nicht. Side-bike empfiehlt hier das regelmäßige Einsprühen mit Kontaktspray...nun ja...
Wirkliche Abhilfe schafft m. E. nur die Verwendung von externen hermetisch gedichteten Mikro-Schaltern. Mit dieser Lösung läuft mein Zeus seit dem 25.08.2008 und 40.000km in diesem Bereich absolut störungsfrei. Außerdem ist ein erheblicher Vorteil dieser Lösung die WESENTLICH BESSERE ERGONOMIE, weil, mit dem Zeigefinger zu bedienen.

2. Dann sollte man sich um die Kupplungsbetätigung kümmern. Hier gibt es einen Schalter am Kupplungspedal, den elektromagnetischen Sperrzylinder (dieser verhindert das vorzeitige Loslassen des Pedal) und den Seilzug.
Schalter am Kupplungspedal:
  • Seilzug aushängen
    5mm dicke Unterlage unter die untere „Nase“ des Kupplungspedals legen
    Pedal langsam absenken
    bei Berühren der Unterlage (oder ein wenig früher) MUSS das für einen Mikroschalter typische „KLICK“ zu hören sein.
    Falls nicht, Schalter (in mehreren Durchgängen) so lange nachstellen bis o.k.
elektromagnetischen Sperrzylinder
  • unter das Pedal eine 15mm dicke Unterlage legen.
    In dieser Position muss der Sperrzylinder 8mm ausfahren
    dabei MUSS er einen Abstand von 0,8mm zum unteren Rahmenrohr aufweisen.
    Falls nicht gegeben durch Nachstellen des Federbleches (zwei Schrauben in Langlöchern) einstellen.
Seilzug
  • jetzt den Kupplungsseilzug wieder einhängen und sein Spiel überprüfen.
    dieses soll vorn am Kupplungspedal gemessen 1 bis 4mm betragen, ansonsten an seinem Widerlager einstellen.
    eine DICKE, RELATIV WEICHE GUMMISCHEIBE ist Bestandteil des Seilzuges. Sie liegt am Widerlager an und gibt mit der Zeit nach, auch der Seilzug längt sich mit der Zeit. Deswegen das Spiel öfters (am Pedal) kontrollieren.
3. Jetzt wird es aufwändig, weil, für weitere Schritte muss der Seitenwagenkofferraum demontiert werden, der Schaltroboter ist freizulegen.
Als erstes sei hier ZUM BESSEREN VERSTÄNDNIS auf eine BESONDERHEIT hingewiesen: Der Roboter wird durch einen Elektro-Motor angetrieben und diese Drehbewegung wird über einen klassischen Kettenantrieb auf die weißen Nockenscheiben übertragen.
Aber, im Gegensatz zu einem klassischen Kettenantrieb bei dem die Kettenräder senkrecht betrieben werden, liegt dieser Antrieb FAST WAAGERECHT!!!
Aus diesem Grund ist beim Zeus-Schaltroboter die RICHTIGE KETTENSPANNUNG äußerst wichtig!!! Wenn die Spannung mit der Zeit durch normale Nutzung nachlässt, WIRD die Kette SEITLICH DURCHHÄNGEN (bittere Erfahrung)!!!

So manch einer wird jetzt sagen: pah, was soll's. Dem ist leider nicht zu helfen......

Ich möchte hier nur an den vergessenen Begriff einer „aufsteigenden Kette“ erinnern:
Da die Kette nun teilweise nicht mehr in Flucht mit den Kettenrädern läuft wird sie (beim Einleiten des Schaltvorganges) seitlich auf die Kettenräder (-zähne) auflaufen und ist nun bestrebt von diesen herunter zu „springen“.
Dadurch werden derartig hohe Axialkräfte aufgebaut, dass die Befestigungsschraube Nockenscheibe / E-Motorantriebswelle abgesprengt wird. In der Folge wird die Nockenscheibe von der Antriebswelle herunterrutschen. Dadurch ist natürlich ein Betätigen des Mikroschalters nicht mehr möglich und die Blackbox geht auf Störung.
Die einzig mögliche Behebungsmaßnahme besteht jetzt darin den Schaltroboter auszubauen und zu reparieren (M4-Schraube 8.8, mit Loc-tite gesichert).

Wenn der Roboter nun (relativ) frei zugängig ist, sollten die Nockenscheiben (auch von unten in den Führungsnuten) und der Kettenantrieb gründlich so gut es eben geht gereinigt werden (z.B. mit Waschbenzin, Diesel o.ä.). Auch die äußeren Nockenbahnen und Rollen der Schalter nicht vergessen. Original ist in den Führungsnuten anscheinend mit Kettenspray gearbeitet worden und dieses ist irgendwann total verharzt, es schmiert gar nichts mehr, im Gegenteil...

Nach dem Ablüften des Reinigungsmittels werden die Führungsnute und -stifte gut mit geeignetem Fett eingestrichen, für die Kette würde ich normales Motorenöl (z.B SAE30) nehmen.
Den Roboter nun mehrfach den gesamten Fahrweg laufen lassen.
Jetzt die Kettenspannung einstellen. Dazu den Bolzen mit den Kugellagern und der großen Unterlegscheibe in seinem Langloch verschieben, seine Mutter gut festziehen.
Dabei aufpassen, dass die Kette nicht zu stramm wird, auch dieses kann eine Fehlfunktion des Roboters wegen zu hoher Reibung (Schwergängigkeit) nach sich ziehen, z.B. wird dann die Stellung für den fünften Gang nicht mehr erreicht. Ein „gesundes Spiel“ sollte schon vorhanden sein.
Teilweise drehen sich die Rollen der Schalter nicht mehr frei und platten dadurch an einer Stelle ihres Umfanges ab. Da sich dieses aber im Zehntelbereich bis zu ca. 1mm abspielt, ist es fast unerheblich. Die Schaltnocken auf den Scheiben verursachen einen derart großen Hub, dass vorgenannter Verschleiß für die Funktion der Schaltung unwichtig erscheint. Falls man sicher gehen möchte und hat keinen neuen Schalter zur Hand, kann man die „festsitzende“ Rolle per Hand ein wenig weiterdrehen und erreicht so das originale Maß.
Trotzdem sollten die beiden Schalter auf Funktion überprüft werden, evtl. ein wenig näher an die Nockenbahnen justieren, so dass sie mit Sicherheit zum richtigen Zeitpunkt schalten.

4. Ist bis hierhin alles erfolgreich gelaufen wird Probegefahren (geht auch vorerst ohne Kofferraum) und dann Zusammengebaut.
5. ….

Mit besten Grüßen und viel Erfolg,

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